Halle, Hanau – Brücken schlagen in der rassismus- & antisemitismuskritischen Bildungsarbeit

Ganz egal, ob es sich um die rechtsextremen Anschläge von Utøya, Halle oder Hanau handelt. Sie haben eine Gemeinsamkeit – die Vermischung von Antisemitismus, Verschwörungsmythen und (antimuslimischen) Rassismus.

Der Täter von Halle wollte beispielsweise zuerst eine Moschee angreifen, bevor er sich entschied “die Wurzel des Problems” – die Synagoge – ins Visier zu nehmen, als dies nicht gelang, verlagerte er seinen Angriff auf den Dönerladen. In vielen Pamphleten rechtsextremer Täter*innen, wie auch beim Täter von Hanau, wird von geheimen bösen Mächten fantasiert, die im Hintergrund heimlich operieren und einen “Hochverrat an Deutschland“ durch die geplante Migration begehen. Obwohl die genannten Beispiele die Verschränkungen des (antimuslimischen) Rassismus und Antisemitismus offenbaren, erscheint in der Öffentlichkeit oftmals der Eindruck, dass beide Themen getrennt voneinander betrachtet werden. So werden Betroffene gegeneinander ausgespielt, instrumentalisiert und Opferkonkurrenzen aufgebaut. Ebenso versteckt sich (antimuslimischer) Rassismus im vermeintlichen Kampf gegen Antisemitismus und Antisemitismus in der angeblichen Kritik an Israel. Dabei geht es in beiden Fällen wenig bis gar nicht um die Menschen vor Ort, sondern jeweils dient es als Projektionsfläche der Verarbeitung der eigenen Geschichte und Identität. Dabei greifen die Abwertungsmechanismen des Rassismus und die Fantasie einer angeblich jüdischen Weltmacht konsequent und notwendigerweise ineinander. Somit gehen Unterlegenheitsunterstellung im Rassismus mit einer Überlegenheitsunterstellung im Antisemitismus einher und können nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Darum müssen Utøya, Halle und Hanau gemeinsam und gleichzeitig gedacht werden.

In diesem Workshop sollen beide Phänomene gleichzeitig und gleichwertig behandelt werden. Die Teilnehmer*innen werden dazu befähigt beide Phänomene und deren Wechselwirkungen zu erkennen, zu benennen und im Alltag entgegenzuwirken.

Veranstaltungsinhalte

  • Einführung in die Geschehnisse von Halle 6: Hanau
  • Phänomene und Wechselwirkungen von Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, etc.
  • Mikrorassismus 6: versuchte Legitimation
  • Musik: Identität im eigenen Land
  • Gesellschaftliche Schieflagen erkennen und benennen
  • Lösung von Fallbeispielen
  • Haltung zeigen – kleines Forumtheater

Referent*innen?

  • Özge Uslu und Vatan Ukaj von WERTansich(t)

Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Reisekosten von den Teilnehmenden können im Rahmen des BRKG übernommen werden.

Gefördert durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe


Datum

20-05-2023
Abgelaufen!

Uhrzeit

09:00 - 14:00

Standort

TGBW - Büro
TGBW - Büro
Reinsburgstraße 82, 70178 Stuttgart

Veranstalter*in

Projekt "DEMO für Demokratie"
Projekt "DEMO für Demokratie"
Telefon
+49 1573 8939865
E-Mail
ibrahim.selek@tgbw.de
Webseite
https://www.tgbw.de/